Informationen für Betroffene und Angehörige

Ratgeber Kopfschmerzen

Informationen für Betroffene und Angehörige
 
 
Kopfschmerzen
Entstehung von Kopfschmerzen

Oft ist die Ursache von vorübergehenden Kopfschmerzen eindeutig: Zu wenig Schlaf, Stress im Familien- oder im Arbeitsleben oder auch eine durchzechte Nacht mit übermäßigem Alkoholgenuss sind nur ein paar Beispiele, die die Entstehung von Kopfschmerzen als Folge mit sich bringen können. Man könnte sagen, dass die Entstehung solcher Kopfschmerzen eine Art „Quittung“ des Körpers ist, also ein eindeutiges Zeichen dafür, dass das körperliche Gleichgewicht aus den Fugen geraten ist.

Unter den Begriff Kopfschmerzen fallen jedoch über 200 verschiedene Arten des Schmerzes, die sich teilweise als eine Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung spezifizieren lassen, jedoch manchmal völlig unerwartet und ohne klaren Grund entstehen.

Entstehung von Kopfschmerzen

Gemäß der Kopfschmerzklassifikation der International Headache Society lassen sich Kopfschmerzen, die in die zweite und dritte Oberkategorie (Sekundäre Kopfschmerzerkrankungen und Andere Kopfschmerzerkrankungen) fallen, nach der Art ihrer Entstehung klassifizieren.

Anders ist es bei primären Kopfschmerzerkrankungen, bei denen die Symptome der Patienten zwar relativ ähnlich, aber doch von Fall zu Fall verschieden und in ihrer Ausprägung unterschiedlich sein können.

Entstehung von Migräne

Kopfschmerzen sind für jeden Betroffenen beeinträchtigend und unangenehm. Allerdings wird der Begriff der Migräne heutzutage gern verallgemeinert genutzt, um auszudrücken, dass man unter starken Kopfschmerzen leidet. Doch gerade Migränepatienten wissen, dass sich die Entstehung migräneartiger Kopfschmerzen von leichten oder mittelschweren Kopfschmerzen unterscheidet.

Häufig entsteht der Migräneanfall innerhalb von Minuten und wird von starker Übelkeit, Erbrechen oder Lichtempfindlichkeit begleitet. Experten vermuten, dass die Voraussetzungen für die Entstehung von Migräne erblich veranlagt sind. Es handelt sich dabei um eine Störung in der Schmerzverarbeitung, die attackenweise auftritt und bei der eine Vielzahl von Botenstoffen im Gehirn freigesetzt werden. Bei einigen Patienten geht die Entstehung einer Migräne mit der fachärztlich bezeichneten Aura einher. Bereits 30 bis 60 Minuten vor der eigentlichen Attacke kündigt sich die Migräne dann mit Lichtblitzen vor dem inneren Auge sowie Sehstörungen und Taubheitsgefühlen an.

Entstehung von Spannungskopfschmerzen

Statistiken zufolge sind Spannungskopfschmerzen die häufigste Art von Kopfschmerzen, aber gleichermaßen auch die am wenigsten erforschte Kopfschmerzart. Die Kopfschmerzklassifikation der IHS unterscheidet Spannungskopfschmerzen in die zwei Formen der episodischen und chronischen Art.

Allgemein beschreiben Patienten, die unter Kopfschmerzen des Spannungstyps leiden, die Entstehung des Kopfschmerzes als dumpf, drückend und ähnlich eines Helms über den gesamten Kopf verteilt. Der Kopfschmerz wird durch körperliche Tätigkeiten wie Treppensteigen oder Laufen nicht verschlimmert, Begleiterscheinungen wie Erbrechen oder Übelkeit bleiben aus.

Gemäß der Kopfschmerzklassifikation der IHS werden Spannungskopfschmerzen, die ca. einmal im Monat auftreten, als sporadisch episodische Kopfschmerzen des Spannungstyps bezeichnet. Demgegenüber stehen die häufig auftretenden episodischen Kopfschmerzen, die weit öfter als die erste Form auftreten und teilweise prophylaktischer Medikation bedürfen.

Spannungskopfschmerzen zählen zur chronischen Art, wenn sie an mindestens 15 Tagen eines Monats auftreten, und teilweise über mehrere Tage andauern. Die Entstehung von chronischen Kopfschmerzen des Spannungstyps geht häufig mit depressiven Verstimmungen, Angst- und Schlafstörungen einher.

Entstehung von trigemino-autonomen Kopfschmerzen

Zu den trigemino-autonomen Kopfschmerzarten (Trigeminus = ein Hirnnerv, der sich in drei Nervenäste gabelt) gehören die sogenannten Clusterkopfschmerzen, die Paroxysmale Hemikranie sowie das SUNCT-Syndrom. Die Entstehung dieser Art von trigemino-autonomen Kopfschmerzen erfolgt attackenartig innerhalb von Sekunden, maximal Minuten. Der Schmerz konzentriert sich auf eine Kopfhälfte, begleitet von einer geröteten Bindehaut mit tränendem Auge auf der Schmerzseite und stechenden Kopfschmerzen in der Schläfe.

Sabrina Mandel

Therapie Kopfschmerzen

Fast jeder hat schmerzlindernde Präparate mit Azetylsalizylsäure, Paracetamol oder Ibuprofen im Arzneischrank, und oft sind die Kopfschmerzen nach einmaliger Einnahme rasch wieder vergessen. Allerdings sollte die Einnahme von Medikamenten nicht zur Gewohnheit werden.

Bei starken oder länger anhaltenden Kopfschmerzen ist ein Arztbesuch unbedingt erforderlich, um nach einer fundierten Diagnose mit der passenden, auf den Kopfschmerz zugeschnittenen Therapie beginnen zu können. Die empfohlenen Dosierungen sind dabei streng einzuhalten.

Kopfschmerzen treten in den ungünstigsten Situationen auf, sind manchmal heftig und stechend, teilweise dumpf und pochend, oder beeinträchtigen die Betroffenen gar über mehrere Tage. Statistiken zufolge sind in Deutschland rund 54 Millionen Menschen regelmäßig von starken Kopfschmerzen betroffen.

Laut der WHO, der Weltgesundheitsorganisation, liegt die Anzahl der Kopfschmerzpatienten in den europäischen Ländern im Vergleich relativ hoch, jedoch sind Kopfschmerzen weltweit bekannt. Die Ursachen der meisten Arten von Kopfschmerzen sind nicht auf kulturelle oder soziologische Einflussfaktoren zurückzuführen, sondern haben scheinbar eine biologische Grundlage, die unabhängig von äußerlichen Gegebenheiten ist.

Diagnose Kopfschmerzen

Natürlich wissen die meisten Betroffene häufig selbst, ob sie an leichten oder starken Kopfschmerzen leiden, und ob sie ihre Art von Kopfschmerzen meist schnell in den Griff bekommen können. Eine ärztliche Diagnose wird für viele erst dann zum Thema, wenn die Kopfschmerzen trotz gezielter Einnahme von Medikamenten nicht gelindert werden können, oder über Tage anhalten, sodass sie den gesamten Tagesablauf beeinträchtigen.

Treten die Kopfschmerzen häufiger als einmal pro Monat und in starker oder lang anhaltender Form auf, sollte ein Arzt zurate gezogen werden. Die Therapie mit handelsüblichen Schmerzmitteln kann bei einigen Arten von Kopfschmerzen die Symptome noch verstärken bzw. bei übermäßiger Einnahme andere Arten von Kopfschmerzen hervorrufen oder Magenprobleme verursachen.